Anekdote: Unglück bewirkt Glück

Parabel aus dem daoistischen Werk „Huainanzi“ (chin. 淮南子, dt. Meister von Huainan), 18. Kapitel

Es war einmal ein Mann, der nahe der Grenze lebte. Ohne Grund entlief ihm eines Tages sein Pferd. Alle Leute bedauerten ihn. Sein Vater aber sprach zu ihm: „Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“

Der Sohn riet mit Freuden die guten Pferde. Dabei fiel er und brach sich ein Bein. Alle Leute bedauerten ihn. Sein Vater aber sprach zu ihm: „Wer weiß, ob das nicht Glück bringt?“

Ein Jahr später fielen die Barbaren über die Grenze ein. Die erwachsenen Männer zogen in den Kampf. Neun von zehn Grenzbewohnern kamen dabei ums Leben, mit Ausnahme des Sohnes wegen seines gebrochenen Beins.

Daher: Unglück bewirkt Glück und Glück bewirkt Unglück. Dieses passiert ohne Ende und niemand kann es abschätzen.



Kategorien:Anekdoten, Daoismus / Taoismus

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