Ein älterer buddhistischer Mönch in der Stadt Shravasti hatte eine Schwester, die einen Sohn zur Welt brachte. Dieser Junge trat später ebenfalls in den Orden ein und wurde buddhistischer Mönch. Eines Tages, als dieser junge Mönch in einem Dorfkloster verweilte, erhielt er zwei Roben als Spende. Er beschloss, eine davon seinem Onkel, dem älteren Mönch, zu schenken.
Der junge Mönch ging zu seinem Onkel, um ihm die Robe zu überreichen. Der ältere Mönch lehnte jedoch ab, da er bereits genug Roben hatte. Der junge Mönch bat ihn mehrfach, aber der ältere Mönch blieb standhaft. Der junge Mönch war sehr enttäuscht und dachte, sein Onkel möge ihn nicht. Er fühlte sich so abgelehnt, dass er dachte, er solle lieber wieder ein weltliches Leben führen…
Er verkaufte die Roben und kaufte eine Ziege, die schnell Nachwuchs bekam. Er verdiente schnell viel Geld und heiratete. Kurz darauf wurde er Vater. Zusammen mit seiner Familie besuchte er seinen Onkel. Sie fuhren in einer Pferdekutsche. Unterwegs wollte er das Baby halten, doch seine Frau bestand darauf, dass er sich auf das Lenken des Wagens konzentrieren sollte. Es kam zu einem Streit, bei dem das Baby aus dem Wagen fiel und überfahren wurde. Wütend schlug er mit seinem Stock auf seine Frau ein…
Plötzlich hörte er seinen Onkel laut schreien. Da wurde ihm erst bewusst, dass er gerade mit einem Fächer auf den Kopf seines Onkels schlug. In Wirklichkeit fächerte er gerade seinem Onkel Luft zu und war in Gedanken versunken. Der junge Mönch schämte sich und wollte sofort das Kloster verlassen. Der ältere Mönch brachte ihn jedoch zum Buddha. Der Buddha sprach mit großer Güte zu dem jungen Mönch: „Der menschliche Geist schweift unkontrolliert umher, selbst in die entferntesten Bereiche. Unsere Gedanken sind trügerisch und entspringen den drei Geistesgiften: Gier, Hass und Verblendung. Du musst dich bemühen, dich von ihnen zu befreien.“
Erlebst du auch oft sinnlose Streugedanken, die dein Herz belasten? Tauchen in deinem Geist häufig Bilder oder Szenarien auf, die nie geschehen sind? Gedanken kommen und gehen schnell, treiben ziellos im Nichts umher. Nur diejenigen, die ihre trügerischen Gedanken beschwichtigen können, sind in der Lage, ihre geistigen Trübungen zu überwinden.
Kategorien:Anekdoten

Hinterlasse einen Kommentar