Werte und Prinzipien zur Praxis

Güte – der Geist des Maitreya

Als Ahnlehrer der Gemeinschaft Weg der Einheit wird der Buddha Maitreya verehrt. Wenn wir nun ein wenig ausführlicher darüber sprechen, was diese Gestalt im chine­sischen Kontext traditionell repräsentiert, wird der Sinn und das Ziel der Praxis deutlich.

Bereits in den Lehrreden des indischen Pali Kanons sp­rach Gautama Buddha von vergangenen und zu­künftigen Buddhas und bezeichnete den nach ihm das „Rad der Lehre“ in Gang setzenden „Lehrer der Men­schen und Götter“ als Metteya. Das Pali Wort Metta, von dem der Namen abgeleitet ist, hat die Bedeutungen Güte, Wohlwollen, uneigennützige Liebe, Altruismus, freund­schaftliche Gesinnung (die Wort­wurzel im Sanskrit bedeutet „Freund“), englisch „loving kindness“ oder besser „benevolence“; es bezeichnet also eine be­schützende, helfende, wohlwollende Einstellung zu allen Wesen. Damit ist das Wesen des Ahnlehrers – unseres Ideals und Vorbilds – eigentlich schon hinreichend be­schrieben.

In China wurde der zukünftige Buddha die populäre und beliebte Gestalt des Mi-Le (()()) unverkennbar mit seinem dicken Bauch, fröhlichen Lachen und geschulterten Stoffsack (Abb. 5). Dieses Äußere, bekannt von zahllosen Statuen und Bildern, bezieht sich auf eine Inkarnation Mi-Les zu Beginn des 10. Jh. in China. Er wird beschrieben als vaga­bundierender, unkonventioneller buddhistischer Mönch, der­ den Menschen mit spontanen, unortho­doxen Metho­­den in ihren Nöten beistand und sie auf unkonventioneller Art belehrte.

Der Stoffsackmönch (9. Jh. n. Chr.)

Zu erwähnen ist sein fester Entschluss als Bodhisattva, uneingeschränkte Metta zu praktizieren. Dazu gehört für ihn auch eine vegetarische Ernährung, denn: „das Fleisch meiner Mitwesen ist von meinem Eigenen nicht ver­schie­den“.  Ein Aspekt, der in einer industriellen Wohl­stands­gesellschaft mit Massentierhaltung und viel zu hohem Fleischkonsum wohl bei vielen Menschen offene Ohren findet. Seine Attribute werden traditionell so ausgelegt: Der große Bauch verdaut die Nöte und Leiden der Wesen, das Lachen symbolisiert die Befreiung, der Stoffsack kann ge­schultert werden wie die Verpflichtungen und Auf­gaben der Menschen – aber auch abgelegt kann er werden, wie Sorgen und Lasten – wie letztlich überhaupt die Illusion eines eigenen isolierten Ich! Diese populäre Gestalt des chinesischen Buddhismus ist also der große Ahnlehrer der Gemeinschaft des Weges der Einheit und somit deren Ideal und Vorbild. Seinen Geist, seine Haltung will man in der Welt verbreiten helfen.

Bodhicitta – der Geist des Erwachens

Das Äquivalent zur Metta in den Mahayana Traditionen ist die Bodhicitta (()()(xīn)) – der Geist des Erwachens, der Wesenskern des Mahayana überhaupt. Diese Ein­stellung wird im chinesischen Buddhismus als der Weg des Bodhisattva bezeichnet – das Bewusstsein dafür, dass der Mensch ein gemeinschaftliches Lebewesen ist und niemand nur für sich ein spirituelles Ziel er­reichen kann, indem er sich von der Welt abwendet. Ein Bodhisattva des Mahayana ist jener, der aus seiner Natur heraus die Weisheit und das Mitgefühl hegt und gelobt, alle Lebewesen vom Leid zu erlösen und sie zum Erwachen zu verhelfen. Es wird also klar ersichtlich, dass die Praxis des Weges der Einheit eine dezidierte Laienpraxis ohne Rückzug aus Welt und Gesellschaft ist. Sie soll sich im Gegenteil gerade in der alltäglichen Teilhabe am gewohnten Leben bewähren. Ein Zitat des Erhabenen Lehrers drückt den Geist des Bodhisattvas aus:

„Ihr sollt in der Lage sein das kleine Ich zur Weltbesserung aufzuopfern, so wie eine Kerze, die sich selbst verbrennt, um den anderen Licht und Wärme zu schenken.“[1] 

Die sechs Paramitas – der Weg des Bodhisattva

Als Praxis des Bodhisattvas gilt das Einüben der aus dem Mahayana bekannten sechs  Paramitas ((liù)()()(luó)()) mit Erläuterungen vom Erhabenen Lehrer: 

  1. Dana  (()(shī))  – das Geben, die Freizügigkeit, das Teilen

„Die Übung des Gebens verwandelt die Geistestrübung in Erwachen. Das Geben aus dem Mitgefühl wirkt aus dem natürlichen Sinn. Dieser ist frei von karmischen Einflüssen. Deshalb heißt es: Durch das Geben löscht man Gier, Hass und Verblendung aus.“[2]

  • Sila  ((chí)(jiè)) – die Tugend, taugliche Verhaltensweisen, sie beinhalten im Einzelnen:
  • Das Abstehen von Gewaltsamkeit und Töten, das Nicht­verletzen der Mitwesen;
  • Weiter das Nichtnehmen des Eigentums anderer, auch von öffentlichem Eigentum;
  • Des Weiteren sollen bestehende Beziehungen ge­achtet werden und generell mit der Sexualität ver­antwortlich umgegangen werden.
  • Dann soll auch mit der Sprache achtsam um­gegangen werden, dazu gehört nicht nur das Absehen von fal­scher Rede, auch verletzende, Zwietracht stiftende und geschwätzige Rede sollten vermieden werden.
  • Schließlich sollten Genussmittel, die den Geist trüben und nach­lässig machen, im Interesse der für die obi­gen vier Silas nötigen Achtsamkeit im Alltag ver­mieden werden.

„Die Silas sind wie die Gleise eines Zuges. Verlässt der Zug die Gleise, dann wird es gefährlich. Die Silas sind somit wie Grenzen. Überschreitet man diese Grenzen, blinkt die Alarmstufe rot. Man erfüllt daher seine Verantwortung und handelt im Rahmen seiner Rolle.[3] Egal ob in der Familie oder sonst wo, und egal bei welchen Angelegenheiten hat man sich selbst zu disziplinieren und seine Verpflichtung zu erfüllen.“[4]

  • Ksanti  ((rěn)()) – Duldsamkeit oder Geduld, sowohl im Sinne von „Ausdauer haben“ als auch von „etwas ertragen, dulden können“.

„So wie das Wasser, das keinen Schmutz abweist und alles Unreine wäscht. Der edle Mensch ist tolerant wie das Wasser. Gut Ding braucht Weile! Man braucht viel Geduld, um Erfolge erzielen zu können. Vermeide behutsam, wegen zeitweiliger Ungeduld deinen Weg zum Buddhatum zu unterbrechen. [5] 

Sei tolerant zu den Menschen und versetze dich mehr in die Lage anderer, so kann man sich viel Ärger ersparen. Wenn man zu nachtragend ist und immer darauf besteht, Recht zu bekommen, dann macht man sich das Leben aller Beteiligten schwer. Und keiner profitiert letztendlich davon.[6]

  • Virya  ((jīng)(jìn)) – tatkräftiges Fortschreiten oder Streben, Energie oder Anstrengung, Krafteinsatz, zuversichtlicher Mut (das Sanskrit Wort ist übrigens mit dem lateinischen Wort „Virtus“ – Männlichkeit, Tatkraft, soldatische Tugend verwandt)

„Nur durch unermüdliches Lernen kann man die wahre Weisheit erlangen. Nicht nur soll man lebenslang lernen, sondern auch unermüdlich das Erlernte weitergeben. Mit Begeisterung hat man auch den anderen zu helfen, so wirst du in dir die wahre Tugend und das wahre Mitgefühl entfalten: die stetige Bereitschaft zu geben und die immerwährende Güte im Herzen. Arbeitest du gut an dir selbst, gehst du mit gutem Vorbild voran. Bist du wahrhaftig tugendhaft, wird sich die wundersame Weisheit entfalten. Dadurch wirst du täglich deine schlechte Gewohnheitszüge und Laune vermindern. So heißt es erst Fortschritte gemacht zu haben.[7]

  • Dhyana ((chán)(dìng)) –  Unerschütterlichkeit des Geistes, Versenkung, die Krone der meditativen Samadhi Praxis (aus dem Sanskrit Wort wurde, über das chinesische Wort Chan, der japa­nische Begriff Zen)

Nicht das Sitzen mit gekreuzten Beinen heißt Dhyana oder Samadhi. Unverwirrt achtsam im Geiste und rein in den Gedanken soll es sein. Nur still zu sitzen und die Augen zu schließen reichen also nicht. Nur wenn du es schaffst, in jedem Augenblick gesammelt und achtsam im Geiste, rein in den Gedanken zu sein, kann das Dao (Urwesen) vervollkommnet werden. [8]

Dhyana oder Samadhi ist die klare Ruhe des Geistes. Die Menschen der modernen Zeit haben viele Gedanken, Sorgen und Ansichten, die den Geist verwirren und sogar zu Krankheiten führen. Nehmt euch daher täglich etwas Zeit, um zur Ruhe und Versenkung zu kommen. Verschwendet euer Leben nicht einfach im geschäftigen Umherlaufen. Dhyana oder Samadhi ist die Bereitschaft, sich den Problemen zu stellen. Denn dadurch beruhigt sich euer Gemüt. Dann existieren die Probleme auch nicht [wirklich]. [9]

  • Prajina (()()) – Weisheit, nicht im weltlichen Sinne, wie etwa „viel wissen“, sondern – als Frucht des Samadhi – tiefe Einsicht, „wie es ist“.

Gelingt es dir, gesammelt und achtsam im Geiste, rein in den Gedanken zu sein, dann wird sich die wundersame Weisheit (Prajna) manifestieren.[10] Die Weisheit des Prajna kommt nicht von selbst. Sie entfaltet sich dann, wenn ihr, in Übereinstimmung mit eurem Urwesen, alle Sachen ganz natürlich angeht. Das Leben ist voller Veränderungen. Wer die vielen Prüfungen des Lebens durchgemacht hat, der ist wie ein Kompendium, das unzählige Perlen der Weisheit enthält. Manche Menschen wachsen durch Prüfungen, andere wiederum schrecken davor zurück. Wer sich nicht vor den mannigfachen Abhärtungen und Abschleifungen fürchtet, der kann  unbegrenzte Weisheit entfalten. Ihr sollt im Alltag stets den natürlichen Geist beachten und beleuchten: Nur wenn ihr diesen immer erkennen könnt, ist es möglich zur eigenen Natur, zur eigenen Quelle zurückzukehren. […] Bei der Dao-Praxis ist Wert darauf zu legen, zu jeder Sekunde – in jedem Augenblick – achtsam das Herz zu kultivieren und Samen für gute Früchte zu sähen. Dies kann das eigene Urwesen zur Erleuchtung führen! [11]

Die sechs Paramitas gelten als der Weg des Bodhisattva, der direkt zum Buddhatum führt. Mit der Einführung ins Dao hat man die beste Basis dazu geschaffen. Der Samen zur Voll­endung des Buddhawesens ist schon im Geiste jedes Eingeführten gesät. Man muss diesen nun gut düngen und pflegen, und ihn behutsam wachsen und heranreifen lassen. Ist die Zeit reif, erntet man die Früchte dazu. Mit der Einführung ins Dao hat man den Geist eines Bodhisattva eingeprägt bekommen, auch wenn man selbst gar nicht das Gefühl hat, dass man schon die Eigen­schaften eines solchen aufweist. Im Vertrauen auf die eigene gütige Natur, die bei jedem Lebewesen gleich vorhanden ist und durch die „Transmission des himm­lischen Sinnes“ nur wieder geweckt wurde, kann man tatkräftig den Weg beschreiten und einfach das Erlernte praktizieren. So wie der 6. Chan-Ahnlehrer Huineng  zu Beginn des Podiumsutras feststellt:

 „Das eigene Wesen ist an sich erwacht und von Natur aus rein und klar. Einfach diesem Sinn folgen und direkt das Buddhatum erlangen!“[12] [13]

Konfuzianische Herzenslehre

Wie schon im vorherigen Kapitel zur Praxis der Drei Schä­tze erwähnt wurde, ist die Übung zur Herzens­wandlung gemäß den konfuzianischen Leitbildern die zent­rale Übung des Weges der Einheit. Dabei spielen die konfuzianischen Werte für Familie und Gesellschaft eine wesentliche Rolle. Senior­obermeister Gao Bin­kai von der Andong Gruppe hat z. B. die folgenden konfuzianischen Grundwerte zur Praxis festgelegt:

  • Kindliche Pietät ((xiào))
  • Geschwisterliche Liebe (())
  • Elterliche Güte (())
  • Aufrichtigkeit/Wahrhaftigkeit ((chéng))
  • Respekt ((jìng))
  • Verlässlichkeit ((xìn))

Diese Werte basieren auf den konfuzianischen Schriften. In den „Gesprächen“ des Konfuzius (Abb. 6) heißt es:

„Dass jemand, der kindlich pietätvoll und gesch­wisterlich liebenswürdig ist, es doch liebt, seinen Oberen zu widerstreben, ist selten. Dass jemand, der es nicht liebt, seinen Oberen zu widerstreben, gerne Aufruhr betreibt, ist noch nie dagewesen. Der Edle pflegt die Wurzel, steht die Wurzel fest, so wächst das Dao. Kindliche Pietät und geschwisterliche Liebe, sind diese nicht die Wurzel des Menschentums?“ [14] [15]

Im „Mencius“ spricht der Meister Meng (Abb. 7):

„Behandelt man die eigenen Alten wie es dem Alter gebührt, so wirkt dies übertragend weiter auf die Alten der Nächsten; behandelt man die eige­nen Jungen wie es der Jugend gebührt, so wirkt dies über­tragend weiter auf die Jungen der Nächsten. … Güte, die weiter wirkt, reicht aus, die Welt zu schützen; Güte, die nicht weiter wirkt, ver­mag nicht einmal Weib und Kind zu schützen.“ [16] [17]

Kongzi/Konfuzius (551-479 v. Chr.)
Mengzi (372-289 v. Chr.)

Sozialer Frieden beginnt in der Familie, wo man die bedingungslose Liebe als Erstes kennenlernt und erfährt. Dies bildet die Basis für die Praxis der Güte in der Gesell­schaft. Praktiziert man die kindliche Pietät, gesch­wisterliche Liebe und elterliche Güte, so versteht man es, diese Werte in der Gesellschaft – bei den Vorgesetzten, bei Kollegen und Freunden, und bei den Kindern und Jugend­lichen umzusetzen. Dadurch bringt man die natür­liche Güte zur vollkommenen Entfaltung. Dies geschieht zum Nutzen anderer und zugleich zum eigenen Nutzen. Man steht in Einklang mit dem Wesen Maitreyas. In Kombination mit den traditionellen Familienwerten schafft man eine profunde Basis für eine Praxis, vom klei­nen, scheinbar unbedeutenden zum Großen, von der Jugend bis zum Alter. Dieser Weg wird im konfuzia­ni­schen Klassiker „Das Große Lernen“ wie folgt sche­matisch dargestellt:

Möchte man Frieden auf die Welt bringen,
so hat man zuerst sein Land zu ordnen,
möchte man sein Land ordnen,
so hat man zuerst seine Familie zu regulieren,
möchte man seine Familie regulieren,
so hat man zuerst seinen Körper zu kultivieren,
möchte man seinen Körper kultivieren,
so hat man zuerst sein Herz zu korrigieren,
möchte man sein Herz korrigieren,
so hat man zuerst seine Gedanken zu klären,
möchte man seine Gedanken klären,
so hat man zuerst Einsicht zu erlangen,
um Einsicht zu erlangen,
muss man die Dinge (am Herzen) verarbeiten.[18] [19]

Im Sinne der Bodhicitta, des Weges des Bodhisattva, strebt man eine geistige Erleuchtung an, nicht einfach der eigenen Erlösung wegen, sondern zur Befreiung aller Lebewesen. Dies, indem man einfach bei sich und bei der eigenen Familie beginnt. Die Wirkung entfaltet sich von selbst nach außen durch Haltungen und Handlungen auf Basis der Werte Aufrichtigkeit, Respekt und Ver­lässlichkeit.

Fazit

Als Fazit dient die Rede des Erhabenen Lehrers:

Ihr seid meine Schüler, damit seid ihr eben „Enkelschüler“ des Maitreya. Wie sollen die Schüler des Ahnlehrer Maitreyas sein? (Seufzer) In dieser Schlussphase geraten die Menschen ständig in Streit (um Vorteile und Besitz). Daher tragen jene, die Großmut und Toleranz aufbringen können, die Merkmale des Maitreya und sind seine wahren Schüler.  Egal was passiert, du sollst bei allem gelassen bleiben. Die Zeit vergeht, egal ob du gut oder schlecht drauf bist. Verwickle dich daher nicht in Rechthaberei. Merke: der beste Spieler ist unerschütterlich. Kommt einer, bleibt er so wie er ist, geht er weg, ist er noch immer unverändert. Nichts belastet sein Herz und führt zu Gemütsregungen.

Der Lehrer möchte, dass ihr die Heiligen und Weisen als Vorbild seht. […] Bei der Praxis geht es daher nicht darum, einen Buddha irgendwo zu finden oder anzubeten, sondern du sollst dein eigenes Wesen als Buddha sehen und ehren! [20]

Die tugendhaften Praktizierenden in der Periode des weißen Yang (die Schlussphase des Dharmas, die Gegenwart) sollten Angehörige der Maitreya-Familie sein: Sie haben keine Furcht vor Leben und Tod und streben nicht nach der Überwindung der Fesseln. Sie sollen die Säulen, die das große Fahrzeug des Bodhisattvaweges tragen und entfalten, sein. Sie treten in die Fußstapfen der Heiligen und Weisen, die ohne Furcht vor dem Samsara und den Fesseln sich in die Sinneswelten begeben, um den Mitwesen zu helfen. Sie vermitteln allerorts das Dao und verkünden die glückselige Stimme des Maitreya. Sie geben ihr Bestes, um den Mitwesen zur Glückseligkeit des reinen Geistes zu verhelfen. Sie ernähren sich fleischlos und schützen die Lebewesen. Sie halten die Silas ein und leben die zehn guten Tugenden. Sie ehren den erhabenen Maitreya und meditieren über die eigene Natur. Sie zeigen jenen, die mit ihnen in karmischer Beziehung stehen, den Weg, ohne Mühe und Stress zu scheuen. Sie suchen nicht das Nirvana für sich und flüchten nicht vor dem Samsara. So entsprechen sie der Tugend eines Praktizierenden in der Schlussphase des Dharmas, so leisten sie den himmlischen Verdienst!

Um die Leiden der weltlichen Wesen in dieser Schlussphase des Dharmas zu lindern und zu verhindern, dass sie tiefer fallen, zieht Maitreya sie mit der Kraft seiner Gelübde der unermesslichen Güte an. Er nimmt sie im Tushita-Himmel [21] auf, um ihre Buddhanatur vor Rückfall zu schützen. Wenn die Zeit kommt, in welcher das reine Land auf Erden verwirklicht wird, werden sie den Ahnlehrer Maitreya wieder in die menschliche Welt folgen. Maitreya wird unter dem Longhua-Baum (naga pushpa) sich als Buddha manifestieren. Er wird drei Mal das Rad der Lehre drehen und die Lehre verkünden. Alle Anwesenden können vom Buddha persönlich die Lehre vernehmen und überwinden den Kreislauf von Leben und Tod (Samsara). Diese große geistige Ernte ist dann vollendet. […]

Für die Welt der Menschen bedeutet es, die Milliarden von Menschen zu einer Familie, die turbulente unruhige Welt zur Welt der großen Harmonie und den leidvollen Daseinsbereich zum reinen Land auf Erden zu verwandeln. Für die abertausenden Sekten und Religionen heißt es, unabhängig von Nationalität, Region, Rasse und Religion harmonisch miteinander auszukommen. Das heißt, bezogen auf das Naturprinzip und das Geistwesen wird es eine einheitliche Betrachtung unabhängig von der Religionszugehörigkeit geben.

Wenn die Zeit reif ist und Maitreya Buddha auf diese Welt kommt, zeigt er sich als Verkörperung der Weisen der fünf (symbolisch) Religionen. Buddhisten betrachten ihn als den Maitreya Buddha, Daoisten und Konfuzianer sehen in ihm Laozi und Konfuzius, Christen respektieren ihn als die Rückkehr Jesu, Muslime sehen ihn als das Wiederkommen von Mohammed an. Deshalb werden die Jünger aller Religionen immer noch jeweils ihren Stil und ihre Sprache beibehalten, und jeder wird zum Naturprinzip und zur Kraft der Gelübde des Maitreya Zuflucht finden!

Wann wird das reine Land auf Erden verwirklicht? Es hängt von den gemeinsamen Anstrengungen aller Wesen ab. Wenn in wenigen Jahren, aufgrund der gemeinsamen Bemühungen der Weisen und Heiligen aller Himmel sowie der gewöhnlichen Wesen, schon die Welt der großen Harmonie geschaffen würde, würde es auch schon die Zeit reif sein, dass der Maitreya auf Erden wiedergeboren und die Longhua-Versammlungen halten wird. Daher sollten die Praktizierenden nicht passiv warten und darauf hoffen, sondern aktiv die Mitwesen zu Angehörigen und zur Verkörperung des Maitreya verwandeln, allerorts die glückselige Stimme des Maitreya verkünden und verbreiten, mit der Hoffnung, dass die menschlichen Herzen bald frei von Begierden und vom himmlisch natürlichen Sein erfüllt werden. Sämtliches Unheil löst sich auf, ein reines Land voller gütigen Gesichter und Herzen wird geschaffen. […][22]


[1] 希望大家都能牺牲小我,为世界而奉献,就像蜡烛一样,燃烧自己,照亮他人 (活佛师尊慈语)

[2]  佈施的好處就是化煩惱為菩提。因為在慈悲的當下,便是天心的作用,沒有一點業識的染著與觸動,所以才說: 常懷佈施心,斷卻貪、癡、嗔,便是這個道理。(活佛恩師慈悲囑語:六度萬行)

[3] 你們的「戒」就是火車的一個軌道,出了軌道就危險了;「戒」就是界線,出這個界線之外,紅燈就亮起來了。所以一個人的本份之內該怎麼做,超出這個本份之外,就犯戒了。(济公活佛说五戒)

[4] 咱們要把自律的心帶回家庭生活裏,真正做到應盡的責任,不管在聖事、凡事都要自我要求,才能夠合乎中道。(活佛恩師慈悲囑語:六度萬行)

[5] 水不拒各種的污穢,就像君子的教化與包容,能夠洗淨不潔的東西。切忌一時的不耐煩而斷送成佛的路, 一件好事的成就,需經過不斷的忍耐,才能步上成功之路。[…](活佛恩師慈悲囑語:六度萬行)

[6] 待人放的寬,生活不憂煩,為對方多想點。在人與人的相處中,若太計較對錯,彼此會很辛苦,也不會有好處。[…] (活佛恩師慈悲囑語:六度萬行)

[7] 人要學而不厭,才可達到真正的智。不但要活到老,學到老,做到老,還要教不倦。因此,度人、成全人這件事,要有不倦怠的熱忱,才能激發出內在真正的仁德,對眾生永遠有一種捨與慈愛的心。你自身做的好,人家就佩服你,德行足了,妙智慧就開啟,毛病脾氣一日一日的減少,這才叫做有進步。(活佛恩師慈悲囑語:六度萬行)

[8] 把兩條腿盤起來就叫禪定了嗎?什麼是禪定呢?真正的禪定是「一心不亂、淨念相繼。」而不是兩腿盤著眼睛閉上,若修道時時刻刻能一心不亂、淨念相繼,成道就有機會了。(活佛师尊慈悲:六度萬行)

[9] 禪定就是清靜。現代人思慮多,煩惱多,想法多。因為有這麼駁雜的心,才衍生各種疾病。徒啊,每天得給自己一些時間靜思、沉澱,別讓你的一生只有忙碌與空轉。禪定也是一種面對,當你願意面對所有事情的時候,你的情緒不在,問題也就不存在。[…] (活佛恩師慈悲囑語:六度萬行)

[10]  如果你能一心不亂、淨念相繼,你就有超人的智慧顯現出來。(活佛师尊慈悲:六度萬行)

[11] 般若智慧不是凭空而来,而是当你率出本性,自然去做时产生的。生命充满了变数,历练过的生命就像本百科全书,记载著无数智慧的结晶。有人在变数中成长,也有人在变数中退却,能不惧千锤百炼的人,便能创造源源不断的智慧。咱们在日常生活中,要懂得关照本心,能识自本心,才有机会达本还源。[…] 修道贵于分分秒秒、时时刻刻去专心修这颗心,去种善因,可以使自性光明。(活佛恩師慈悲囑語:六度萬行)

[12] Aus dem Podium-Sutra des sechsten Ahnlehrers, Kap. 1

[13] 菩提自性,本来清净,但用此心,直了成佛。(六祖坛经 行由品)

[14] Aus den „Gesprächen“ des Konfuzius, Buch 1, Kap. 2

[15] “其为人也孝悌,而好犯上者,鲜矣;不好犯上而好作乱者,未之有也。君子务本,本立而道生。孝悌也者,其为仁之本欤?”(论语 学而第一 第二章)

[16] Aus dem „Mencius“,  Buch I, Abschnitt A

[17] „老吾老,以及人之老;幼吾幼,以及人之幼。……故推恩足以保四海,不推恩无以保妻子。(孟子 梁惠王上)

[18] Aus dem „Großen Lernen“, Kapitel 1

[19] 古之欲明明德于天下者,先治其国;欲治其国者,先齐其家;欲齐其家者,先修其身;欲修其身者,先正其心;欲正其心者,先诚其意;欲诚其意者,先致其知;致知在格物。(大学 第一章)

[20] ◎ 你们是师的徒,也是弥勒祖师的徒孙,什么样的人,会是弥勒祖师有缘人、真徒孙呢?哎!这末后时期,是人人你争我夺的,所以谁的度量大、宽厚的,谁像那弥勒祖师肚量的,谁就是他的真徒孙。◎ 不管遇到什么事,你要坦然面对一切,不快活也是过,快活也是过,遇到状况了,不管你来我往,记住:最高级的选手是没来没往!你来了,我还是这样,你走了,我还是这样,一切事没搁在心上,没有在心板上起伏。◎ 为师要你们把仙佛做榜样,不是两眼往外看,向外界放,这样你就没有打开佛知佛见,尽是存人的知见。把人当人,还不懂得把人当佛一样尊重他,不与他计较,那就没真正的学好佛!想想所谓的『如来』,不就是一切要『如其本来』,要回复自己本来真实的佛性吗?学佛、拜佛,不是要你另觅佛、求他佛,而是要你求这尊『自家佛』啊!(活佛师尊慈语)

[21] Der Tushita Himmel steht im Buddhismus für jenen Daseinsbereich, von welchem aus alle in der Welt wirken-den Buddhas ihre letzte Runde als Mensch im Daseinskreislauf antreten. Im Schema der drei Daseinswelten gehört er noch zu den Sinneswelten, wo er der 4. von den 6 Himmelbereichen ist. Das Wort Tushita bedeutet „Zufriedenheit, Besonnenheit“ und beschreibt die Verfassung der Wesen, die dort wiedergeboren werden. Er gilt daher als ein „Reines Land“. Diese „Reinen Länder“ sind aus Gelübden von Buddhas oder Bodhisattvas, die die fühlenden Wesen auf dem Weg zur Befreiung auffangen wollen, entstanden. Der Tushita Himmel ist das der Menschenwelt nächste reine Land.

[22] 白阳贤良应该是不畏生死,不求断结的弥勒眷属,应该是承担发扬大乘菩萨道的栋樑,应该效法诸天神圣,为救度众生,不厌生死,不求断结,倒装下凡,四处开荒佈道,宣扬弥勒福音。随时随地尽力帮助同胞,使之得法喜道悦,并勤行素食、护生、守戒、十善,恭敬弥勒慈尊,悟参自性,接引缘人,不计苦乐,不避烦恼,不喜涅槃,不惧生死,如此方不愧是代天宣化之白阳贤良也!

弥勒慈尊为了拔度末法人间众生之悲苦,避免众生愈坠愈深,故才以大慈大悲之愿力,普摄有缘佛子往生兜率天,以保佛根不退转。到了人间化成淨土之时(人间淨土乃是守五戒、行十善所获得之福报,尚不能跳出轮迴之苦,断生死之根,故由弥勒佛应运收圆,开演龙华三次大法会,度化无数众生,了脱轮迴生死。) 弥勒祖师就会带领所有兜率陀天之佛子,降生阎浮提,并在人间龙华菩提树下证佛,共说法大转法轮三次, 使能参与该会之人,都能见佛闻法,以超生死,完成灵性之大收圆,这就是龙华三会之来由也!然而既然人间已变成淨土,为何还需要弥勒慈尊再临人间开龙华会呢?人间虽然变成淨 土,但仍未达到圆满佛德之境,故弥勒慈尊才以兜率天菩萨最后身来降人间,于龙华菩提树下证佛,然后大转法轮,令闻法者皆证罗汉以上之果位,此者亦是白阳法门之努力目标也!故淨土并非让人避难或享受之地,而是带著垦荒之精神,造福众生等理想之菩提心。

收圆对世界人类而言,乃在化数十亿人为一家人;化纷扰动盪之世界为大同世界;化污浊苦难之世间为人间淨土。对千门万教而言,收圆乃在团和国籍、地域、种族、教派。也就是在真理上、心性上,无教别、无门户之见。弥勒佛若应运现世,可以说是五教圣人之再化身。佛教徒视为弥勒佛之出世;道教、儒教视为老子、孔子之再生;耶教徒则尊为耶稣之再来;回教徒必视为穆罕默德之再世。故各教门徒将依然保有其宗教之风貌与言语法门,而人人皈依弥勒佛之真理与大愿矣!对三曹而言,无论是人曹或被度之天曹、地曹,皆能共赴龙华会,见佛闻法,得无上法益而证果。

人间淨土之何时方能实现,这要靠众生大家之共同努力了。如果就在最近几年内,由于诸天神圣与众生共同努力下,而促成了大同世界之实现,自然就是弥勒慈尊下生阎浮提,主办龙华会之时机成熟了。所以修士所应努力者不是被动的、消极的等待期盼,而是主动的、积极的把自己与缘人化成弥勒眷属或化身。处处代天宣化,广传福音,以期人心早日「人欲淨尽,天理流行」,使人类之劫难化除于无形,并且建立一个佛面佛心之莲花国土,而引导弥勒慈尊早日下阎浮提,大开龙华会而收圆九六也。(活佛师尊慈语)



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