Zitate des erhabenen Lehrers 1

An dieser Stelle möchten wir euch in unregelmäßiger Reihenfolge Zitate des 18. Ahnlehrers Zhang Tianran 张天然 (1889-1947), der als der erhabene Lehrer geehrt wird, vorstellen. Sie sollen zur Inspiration, als Denkanstöße über Situationen des Alltags, als Stoff zum Nachdenken dienen:

  1. Das Gemüt als Transformator

Das Gemüt kann wie ein Transformator sein, der alle Widrigkeiten des Lebens in sich sammeln, umwandeln und als positive, heilsame Worte und Handlungen wieder zurück die Umgebung schicken kann. Wenn dein Gemüt so wirkt, kannst du selbst mit schlechten Menschen vernünftig umgehen, und sie zum Guten verwandeln. Dieses „Werkzeug“ verursacht keine Kosten, man muss aber von Herzen daran arbeiten. Dazu braucht man Großmut, Kultiviertheit, Willen und Zielstrebigkeit. So würde es jedermann schaffen. Wir achten zwar auf unsere Umgebung, aber nicht auf unser Gemüt, wir streben danach die Aussenwelt zu verbessern, aber nicht, unser Gemüt zu verschönern.

  1. Die Gedanken wandeln und die Weisheit aus dem Herzen sprechen lassen

Wie können wir unsere Gedanken ändern? Eine Methode ist: täglich weise Texte zu lesen, mit der Weisheit dieser Texte sich selbst betrachten und ausleuchten. Ist das verständlich? Ein Sprichwort sagt: Ein Tag ohne Lektüre lässt einen grässlich aussehen! Dann frage ich euch, wenn ihr meint, ihr praktiziert das Dao täglich: habt ihr auch täglich weise Worte gelesen und diese im Herzen wirken lassen? Ihr müsst euch dabei zuerst fragen: Habe ich diese Weisheiten verinnerlicht? Wenn ihr diese Weisheiten ins Herz geschlossen habt und sie aus euren Herzen sprechen, wie würdet ihr dann auf die Menschen wirken? Wollt ihr anderen helfen, so tut es vom Herz zu Herz!

  1. Setze das Begriffene in Taten um

Schätze das, was man im Augenblick besitzt. Warte nicht, bis man es verloren hat und vermisst. Wenn wir das Dao praktizieren, wollen wir zum Gemüt eines Kindes zurückkehren. Wenn man das Dao praktiziert, will man die Prinzipien begreifen, die das wahre Menschsein ausmachen. Schätze dein Leben. Es dauert nur einige Jahrzehnte. Nutze es, um etwas profundes zu erreichen, sodass man am Ende des Lebens nichts zu bedauern hat. Es geht nicht um die Dauer des Lebens, sondern darum, ob es einen Wert gehabt hat. Wir sollen unsere karmischen Beziehungen vervollkommnen. Wir sollen erfüllen, was wir uns gewünscht haben zu erfüllen. Die Praxis des Dao kennt keine Abkürzungen. Schritt für Schritt kommt man voran. Alle Weisen und Heiligen sind ebenso diesen Weg gegangen. Sagt nicht, dass der Weg schwer zu gehen ist – der Lehrer wird euch stets dabei begleiten. Solange ihr wirklich bereit seid, den Weg zu gehen, ist euch das Ziel gewiss! Lerne, die Menschen mit dem Herzen zu verstehen und sie mit Weisheit zu inspirieren. Was man begriffen hat, soll man auch in Taten umsetzen. Nur so wird man den Weg erschließen und erfüllen können!

  1. Das runde, große, lichte – das natürliche Sein

Mit Güte sollst du alle bedürftige Menschen nähren, und so dein Leben mit dem reichhaltigsten Wert ausstatten. Am Anfang mag unser Gemüt so groß wie eine Teetasse sein, dann wird es allmählich so groß wie ein Reisschüssel. Es wird größer und größer – wie groß kann es letztlich werden? Groß wie der Ozean. Willst du diese Größe erreichen, dann sollst du die Blockaden im Herzen – Gier, Hass, Verblendung und Lust, langsam durch die Praxis beseitigen.

Ist unser Herz einmal so groß wie der Ozean, hat es dann noch Ecken und Kanten? Stück für Stück – einmal diese, einmal die andere Seite – hast du sie alle abgeschnitten und abgeschliffen, bis letztendlich das runde, große und lichte natürliche Sein sich manifestiert!

  1. Das Niveau des Geistes steigern

Wir müssen das Niveau unseres Geistes steigern. Lasst ab jetzt alle Unterscheidungen, alles Urteilen über das „Ich“ und „die Anderen“ los! Hört auf, ständig an die Probleme der Menschenwelt anzuhaften. Wie und was wollt ihr denn praktizieren, wenn ihr nur darauf seht, was die anderen falsch machen. Um das Dao zu praktizieren und es wirken zu lassen, hat man heilsame karmische Beziehungen einzugehen, anstatt noch mehr Aversion und Zwietracht zu nähren. Das gibt nur negative karmische Beziehungen! Den Weg der Praxis hat jeder selbst zu gehen. Achtet darauf, das Mantra stets im Herzen zu tragen und immer wieder zu hören, und dies bitte nicht nur in dringenden Fällen. Sind eure Gedanken rein wie die der Heiligen und Buddhas, dann kann euch nichts Negatives beeinflussen. Ist jeder eurer Gedanken so wie der Geist eines Buddhas, also ohne Ego, dann gibt es keine Gier, keinen Hass und keine Verblendung. Bodenständig praktizieren und es umsetzen: das ist etwas ganz Natürliches, so wie zu atmen. Alles ist das Dao, nicht nur das Sitzen in Versenkung! Sobald man auf sich selbst achtet, seinen Geist sammelt und die Gedanken zähmt, sodass die Emotionen nicht wie Pferde galoppieren oder wie Affen herumhüpfen, in diesem Moment ist das Dao präsent! Wo sind denn die Heiligen? Wo ist denn das Paradies? In eurem eigenen Herzen!

Übersetzt aus dem Chinesischen von Mingqing Xu

grammatisch und stilistisch verbessert von Alexander Maurer



Kategorien:Der Weg der Einheit, Zitate der MeisterInnen

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