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Die Geschichte des Weges der Einheit

 

Allgemein

 

Die Ursprünge vom Weg der Einheit liegen in der etwa 5000 Jahre alten Kultur des chinesischen Altertums und sind historisch nicht wirklich greifbar. Erst im 17. Jahrhundert treten für uns historisch gesichert der 9. Ahnlehrer Huang Dehui 黄德辉 (1624-1690) und der Name „Xian Tian Dao 先天道“ (Der Urhimmlische Weg) ans Licht. Der 15. Ahnlehrer Wang Jueyi 王觉一 (1821-1884), schaffte die strenge innere Übung ab, erklärte die Umsetzung der konfuzianischen Werte im weltlichen Leben zur Haupt­praxis und betonte, dass die drei Lehren des Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus den gleichen Ursprung und das gleiche Ziel haben. Der 16. Ahnlehrer Liu Qingxu 刘清虚 (1886[1]) führte dann erstmals den Namen „I Kuan Tao (Yi Guan Dao)“, also „Der Weg der Einheit“ ein.

 

Unter dem 17. Ahnlehrer Lu Zhongyi 路中一 (1849-1925) begann eine neue Ära, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass das Dao nun vorzüglich an einfache Menschen aus dem Volk vermittelt wird. Seit dieser „Demo­kratisierung“ der Dao-Praxis gilt, dass die Interessierten zuerst rituell das Dao empfangen und dann in ihrem gewohnten Umfeld die Herzenswandlung praktizieren, statt wie in früheren Zeiten zuerst in zurückgezogener Askese zu üben um dann zuletzt als Bestätigung vom Meister das Dao zu empfangen.

 

Mit dem  18. Ahnlehrer kam es mit der Erhabenen Lehrerin Sun Huiming 孙慧明 (1895-1975)[2] zum ersten Mal seit uralten Zeiten in der chinesischen Geschichte wieder zu einer Ahnlehrerin, indem Sie es zusammen mit dem Erhabenen Lehrer Zhang Tianran 张天然 (1889-1947)[3] ausübte. In der Zeit der zu Ende gehenden Qing Dynastie (1644-1911) und der Ausrufung der chinesischen Re­publik (1911) fällt eine rasante Expansion, und als 1947 der Erhabene Lehrer Zhang starb, war der Weg der Einheit in ganz China vertreten.

 

Die Wirren des chinesischen Bürgerkriegs (1945-1949) und die Gründung der Volksrepublik China (1949) bra­chten diese Entwicklung zu einem Abbruch. Der Weg der Einheit wurde auf dem Festland-China als konter­revolutionär verfolgt. Das Zentrum der Gemeinschaft verlagerte sich daher nach Taiwan. Allerdings wurde sie auch dort als politisch unzuverlässig verboten. Im Pri­vaten blieb der Weg der Einheit dennoch lebendig, und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und der Libera­lisierung Taiwans besserte sich die Lage. Schließ­lich wurde die Gemeinschaft 1986 von den tai­wanesischen Behörden offiziell anerkannt. Inzwischen ist es eine behördlich anerkannte „Religions­­gemeinschaft“ in Taiwan, die drittgrößte nach Buddhismus und Dao­ismus, und weltweit in mehr als 80 Nationen ver­treten. Ein weiterer Meilenstein war 1996 die Gründung des I Kuan Tao Weltverbandes in Los Angeles. Die von den einzelnen SeniorobermeisterInnen (老前人laoqianren)[4] erschlossenen Gruppen entwickelten sich organisatorisch unabhängig voneinander und werden durch den Weltverband koordiniert.

 

 

Der Weg der Einheit in Österreich

 

Im Zuge der chinesischen Migration wanderte die Ge­mein­schaft auch nach Österreich, und 2007 konnte in Wien der I Kuan Tao Verband Österreich gegründet werden. Vor allem sind die Gruppen Andong 安东 und Baoguang Jiande 宝光建德 hier vertreten und üben ihre Tätigkeiten als registrierter Verein in Österreich aus.

 

Die Andong Gruppe

 

Die Andong Gruppe 安东道场hat durch die Öffnung ihrer Meditationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit immer mehr österreichische Interessenten gewinnen können und ist im ganzen Land vertreten. Die Geschichte von Andong in Österreich begann 1992 mit einem ersten Haustempel. 1996 folgte der erste öffentliche Tempel in Linz (Hong-Shu 宏恕, „Große Vergebung“) und 2002 der öffentliche Tempel in Wien (Hong-Hang 宏航, „Große Fä­hre“). Ihr Name stammt von der Stadt und gleich­namigen Provinz Andong im Nordosten Chinas an der koreanischen Grenze (heutige Transkription Dandong 丹东), wo sie 1944 entstand. Auch ihr Seniorobermeister Gao Binkai 高斌凯 (1924 – 2008) gelangte 1951 nach Taiwan und errichtete den Zentraltempel der Gruppe in der Stadt Xinzhu 新竹. Nach der offiziellen Anerkennung 1986 kon­nte sich auch Andong rasch verbreiten.

 

andong mile shan

Zentraltempel der Andong Gruppe in Xinzhu, Taiwan (Anlage in Bau)

 

[1] Geburts- und Todesdaten nicht überliefert; seit 1886 trug er das Mandat des 16. Ahnlehrers

[2] Trotz des Todes der Ahnlehrerin Sun in 1975 ehren die Praktizierenden der Gemeinschaft sie als die Hauptlehrerin. Diesem Sinn zufolge wird sie  „Die Erhabene Lehrerin“ genannt. Diese gilt als die sinngemäße Übersetzung der Bezeichnung 师母 shimu, wörtlich „ die Lehrmutter“, eine Anrede zu einer Lehrerin im traditionellen chinesischen Gebrauch

[3] Zhang Tianran wurde nach seinem Tod in 1947 als der Hauptlehrer geehrt. Die Ehrenanrede 师尊 wurde als „Der Erhabene Lehrer“ übersetzt.

[4] Die Bezeichnung 老前人laoqianren ist die Anrede für die Gründer der einzelnen Gruppen der Gemeinschaft. Diese wurde als „Seniorobermeister“ übersetzt, da jene Meister, die als deren Nachfolger die Führungsaufgaben bei den Gruppen bzw. deren Unterlinien übernommen haben, als 前人 qianren, also „Obermeister“, genannt werden.

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