Nach einer dreijährigen COVID-bedingten Pause fand in der vergangenen Woche endlich wieder das 7-Tage-Retreat im Wiener Honghang-Tempel, im Favoritner Gewerbering 7, statt. „Honghang“ steht für die große Fähre, die Lebewesen auf das andere Ufer überführt. Das Boot hat nun seine Segel gehisst und ist erneut in See gestochen. Etwa 50 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern wie England, der Schweiz, Deutschland, Italien, Frankreich sowie aus nahezu allen österreichischen Bundesländern nahmen daran teil.

Initiiermeister TSAI Suifa reiste von Taiwan nach Österreich und leitete das Retreat trotz seines Alters von 80 Jahren und akuter Beschwerden im Lendenbereich mit gewohntem Elan und großer Hingabe. Seine weise Worte und Anekdoten waren inspirierend und motivierten alle zur ordentlichen Übung. Weiters kam mit ihm der Initiiermeister LIN Chi Hong und anderen ehrenamtlichen Helfern aus Taiwan. Vorort für die Organisation zuständig waren die drei lokalen Initiiermeister Kwok Cheung CHAN, Zhongnan CHEN und Hongli CHEN.

Das übliche Programm bestand aus Sitz-, Geh- und Laufmeditationen mithilfe des „stillen Mantras“ (siehe Drei Schätze Herzenslehre), sowie morgendlichen Aufwärmübungen und nachmittäglichen Yoga-Sessions. Ali Peterwagner ist professioneller Yogalehrer und leitet unsere Yogastunde im Retreat schon seit mehreren Jahren.

Ich durfte wieder simultan zwischen Chinesisch und Deutsch übersetzen. Eine neue Aufgabe habe ich diesmal bekommen, die Aufwärmübungen morgens zu leiten. Dazu gehören Lockerungs- und Dehnübungen für Gelenke und Muskel sowie die Beklopfung von Meridianen und Akupunkturpunkten.

Während die Meditationsübungen den Geist klärten, trug eine kurze Arbeitsmeditation zur Reinigung der Übungsbereiche bei und sorgte für äußere Sauberkeit. Die Teilnehmer widmeten sich dieser „Putzmeditation“ mit Fokus und Gelassenheit. Ehrenamtliche Mitarbeiter sorgten für drei Mahlzeiten täglich. Die Hingabe und Mühe bei der Zubereitung spiegelten sich in der vielfältigen Auswahl der Speisen wider, die bereits einem Festmahl glichen. Auch die Jugendlichen des Tempels halfen bei den alltäglichen Angelegenheiten mit, angeleitet von Judy Lee, die diesmal für die Organisation der alltäglichen Angelegenheiten im Retreat zuständig war.



Sieben Tage vergingen rasch, begleitet von regnerischem Wetter und kühlen Temperaturen. Doch diese kühlten nicht die Wärme im Herzen der Teilnehmer ab. Mit Ruhe, Gelassenheit, Dankbarkeit und Glückseligkeit schlossen wir schließlich das Retreat ab. Wir freuen uns auf das nächste Retreat und das Wiedersehen miteinander!
Kategorien:Drei Schätze Herzenslehre, Erfahrungsberichte/Events/News, Meditation
Hinterlasse einen Kommentar