Rezension: Wie Siddhartha zum Buddha wurde

Rezension zum Buch „Wie Siddhartha zum Buddha wurde“ von Thich Nhat Hanh

Ich startete in der Schule des TCW mit den Kursen Taiji und Meditation. Durch die Vorträge von Mingqing wurde mein Interesse am Buddhismus geweckt. Nun war ich auf der Suche nach einem Buch, das mir eine Einführung in den Buddhismus gab. Mein Vorwissen war gleich null. Bei der Suche bin ich auf das Buch von Thich Nhat Hanh gestoßen. Der Autor war mir schon ein Begriff und daher habe ich mich für dieses entschieden. Es ist ein leicht zu lesendes Buch, das die Geschichte Siddharthas von seiner Geburt über seine Erleuchtung zu Buddha Gautama bis zu seinem Tod erzählt. Im Grunde ist es genau ein Buch, wie ich es gesucht habe. Obwohl es wie ein Roman zu lesen ist, steckt auch sehr viel Wissen in dem Buch. Ich habe mir manchmal gewünscht, dass ich manches mitgeschrieben hätte. Aber so manche Frage, die beim Lesen entstand, wurde an anderer Stelle im Buch beantwortet. Und außerdem ist es ja nicht verboten, das Buch noch einmal zu lesen 🙂

Zur Veranschaulichung dient der Beginn des Buches als Leseprobe. Svasti, ein armer junger Büffelhirte aus der untersten Kaste der Unberührbaren, eröffnet das Buch mit der Schilderung seiner Eindrücke vom Leben in der Mönchsgemeinde Buddhas:

Im Schatten des grünen Bambus saß der junge Bhikku Svasti mit verschränkten Beinen, seine Aufmerksamkeit ganz auf den Atem gerichtet. Er meditierte bereits seit mehr als einer Stunde, und Hunderte andere Bhikkhus übten mit ihm im Schatten des Bambus oder in ihren eigenen Hütten aus Stroh.

Der große Lehrer Gautama, den die Menschen liebevoll „Buddha“ nannten, lebte hier in einem Kloster mit fast vierhundert Schülern. Und obwohl sie so viele waren, herrschte doch eine sehr friedvolle Atmosphäre. Vierzig Morgen Land umgaben das Kloster, und viele verschiedene Bambusarten aus ganz Magadha wuchsen hier. Das Bambuswald-Kloster, das nur einen dreißigminütigen Fußmarsch entfernt nördlich der Hauptstadt Rajagaha lag, war dem Buddha und seiner Gemeinschaft sieben Jahre zuvor von König Bimbisara übergeben worden.

Svasti rieb seine Augen und lächelte. Seine Beine fühlten sich noch ganz geschmeidig an, als er sie langsam aus der Verschränkung löste. Er war einundzwanzig Jahre alt; drei Tage zuvor hatte ihn der Ehrwürdigen Sariputta, einer der ältesten Mönche des Buddha, ordiniert. Während dieser Zeremonie war auch Svastis dickes, braunes Haar abrasiert worden.

Svasti war überglücklich, nun auch ein Teil der Gemeinschaft des Buddha zu sein. Viele Bhikkhus waren von edler Herkunft, wie der Ehrwürdige Nanda, ein Bruder Buddhas, Devadatta, Anuruddha und Ananda. Auch wenn Svasti diesen Mönchen noch nichtvorgestellt worden war. So hatte er sie doch schon von der Ferne beobachtet.

So beginnt das Buch und die Figur des Svasti begleitet den Leser bis zum Schluss. Anhand vieler Episoden, einige auch rückblickend, wird die vollständige Geschichte Buddhas erzählt. Darum möchte ich mit einer kurzen Leseprobe vom Ende des Buches abschließen:

Die Menschen sagten, der Buddha sei gestorben, doch Svasti sah, dass der Buddha gegenwärtiger war als je zuvor. Er war in Svastis Geist und Körper gegenwärtig. Er war überall, wo Svasti hinsah – im Bodhi-Baum, in der Neranjara, im grünen Gras, in den weißen Wolken und den Blättern. Die jungen Büffelhirten waren der Buddha. Der Ehrwürdige Svasti spürte eine besondere Beziehung zu ihnen. Schon bald würde er mit ihnen ein Gespräch beginnen. Auch sie konnten das Werk Buddha fortsetzen. Svasti erkannte, dass das Werk Buddha fortgesetzt wird, in dem man alle Dinge mit Bewusstheit betrachtet, in dem man friedvolle Schritte macht und indem man voller Mitgefühl lächelt, so wie der Buddha dies getan hatte.

Der Buddha war die Quelle. Der Ehrwürdige Svasti und die jungen Büffelhirten waren Flüsse, die aus dieser Quelle hervorgingen. Wo immer die Flüsse hinströmten – da war Buddha.



Kategorien:Buchrezensionen

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