Rezension: „Buddha“ – Biografischer Roman von Deepak Chopra

Deepak Chopra ist ein bekannter indischer, ayurvedischer Arzt, der mit seiner Familie in den USA lebt. Er leitet immer wieder 21-tägige Meditationskurse im Internet und genau daher kenne ich ihn auch. Nach dem Buch von Thich Nhat Hanh war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Auch dies ist, wie aus dem Untertitel schon ersichtlich, keine Dokumentation, sondern ein Roman über das Leben Buddhas. So schreibt Chopra in seinem Vorwort unter anderen:

„Dieses Buch beschreibt eine heilige Reise, erfunden in vielen Äußerlichkeiten, doch wahrhaftig, so hoffe ich, in der Psychologie des Suchenden.“

Das Buch beginnt mit der Beschreibung einer Schlacht, in der Siddharthas Vater kämpft und der gleichzeitigen Geburt Siddharthas.

Die Erzählungen sind manchmal sehr mystisch, mystisch insofern, als zum Beispiel der Dämon Mara eine durchaus sehr starke und präsente Figur ist. Und man erfährt von Devas, den Himmelsgeschöpfen. Trotzdem ist dies kein mystischer Roman voller unbekannter Wesen. Ganz im Gegenteil, meistens wird eher von der Härte des Lebens erzählt. Obwohl sein Vater versucht hat, ihm eine heile Welt ohne Leiden vorzugaukeln, erfährt Siddhartha, auch auf Betreiben von Mara, genau von diesen. Chopra zeichnet Siddhartha zwar als einen besonderen Menschen, aber auch mit all seinen inneren und äußeren Kämpfen. Er ist nicht ein strahlender Held, der über allem steht, sondern ein Mensch, der viel nachdenkt und auch viel leidet. Seine Reise vom Prinzen über den Mönch Gautama bis zum Buddha wird nicht verklärt erzählt, sondern enthält zeitweise auch sehr viel Brutalität. Die große Stärke Siddharthas ist es aber, dass er sich absolut treu bleibt, seinen Weg geht, trotz all den Schwierigkeiten und all seinem Leiden. Chopras Roman erzählt von der Geburt bis zur Erleuchtung. Der Zeit danach ist nur ein kurzer Teil gewidmet, und mit seiner ersten Heimkehr zu seiner Familie endet das Buch. Im Epilog stellt Chopra einige Informationen über Buddhas Lehre zur Verfügung und gibt Tipps zur praktischen Anleitung.

Ich möchte mit dem Gespräch enden, das zwischen dem Mönch Assaji und Buddha stattfindet und über Devadatta, Buddhas Vetter und erbitterten Feind, handelt:

Devadatta betrachtete die Feierlichkeiten eine Weile. Dann drehte er sich um und ging.

„Hast du das gesehen?“ fragte Assaji, der zu Buddhas Rechten saß.

„Ja.“

„Er war dein Erzfeind, und jetzt lässt du zu, dass er einfach verschwindet?“

„Devadatta ist der Einzige auf der Welt, der nie aus meinem Leben verschwinden wird“, sagte Buddha. „Das ist der Segen, den er für einen Fluch gehalten hat. Er ist durch eine Fessel an mich gebunden, der er niemals entkommen wird.“

Er wird also zurückkommen“, fragte Assaji, dem diese Aussicht überhaupt nicht gefiel.

„Was bleibt ihm sonst übrig?“, antwortete Buddha. „Wer von solchem Hass auf jemanden besessen ist, muss eines Tages als dessen Schüler zurückkehren.“

„Ich hoffe nur, er kehrt als ein besserer Mensch zurück“, sagte Assaji voller Zweifel.

„Er wird immer noch arrogant und stolz sein“, sagte Buddha, „aber das wird nichts ausmachen. Am Ende wird das Feuer der Leidenschaft ausbrennen. Und dann kannst du in der Asche stöbern und wirst ein Juwel entdecken. Du hebst es auf und betrachtest es ungläubig. Das Juwel war immer schon in dir und nun ist es dein, für immer. Es ist Buddha.“



Kategorien:Buchrezensionen

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