Anekdote: Der Buddha und der Dämon

Es war einmal ein bekannter Maler, der ein Bildnis eines Buddhas und eines Dämons malen wollte. Auf der Suche nach Vorlagen kam er einmal in ein Kloster und entdeckte einen Mönch mit derart beeindruckender Ausstrahlung, dass er ihn einlud, als Modell für sein Buddha-Bild zu dienen. Das Bild wurde gut und erlangte hohe Bekanntheit, der Maler sah es als sein Lebenswerk. Er gab dem Mönch eine hohe Geldsumme als Belohnung. Nun begann das nächste Projekt: das Bild eines Dämons. Der Maler suchte an vielen Orten nach böse aussehenden Menschen, aber keiner konnte ihn wirklich beeindrucken. In einem Gefängnis entdeckte er endlich einen Häftling, der seiner Vorstellung entsprach. Als er aber sein Vorhaben aussprach, brach der Häftling in Tränen aus. Auf die verwunderte Frage des Malers erklärte er: „Kennen Sie mich nicht mehr? Sie haben mich doch vor einiger Zeit als Modell für Ihr Buddha-Bild engagiert!“ Der Maler erschrak: „Wie ist denn das möglich?! Sie hatten doch eine derart gute, friedliche Ausstrahlung! Warum sehen Sie jetzt aus wie ein Dämon?!“

“Sie sind es doch, der mich zum Dämon gemacht hat! Nachdem Sie mir so viel Geld gegeben haben, konnte ich der Versuchung nicht standhalten, und gab mich allerlei Vergnügungen hin. Das Geld ging irgendwann aus, aber ich habe mich an das luxuriöse Leben gewöhnt. Ich war derart von meiner Begierde getrieben, dass ich kriminell geworden und letztendlich im Abgrund gelandet bin.“

 „Unglaublich wie schnell ein Mensch sich wandeln kann. So schwach ist ein Mensch vor Versuchungen, und so stark ist die Begierde!“ Der Maler bereute sein Werk und hörte seitdem zu malen auf. 



Kategorien:Anekdoten

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