
Ein Zitat aus dem Buch „Gesammelte Worte des Seniorobermeister Gao“, eine Sammlung von Zitaten des Seniorobermeisters Gao Binkai
Wir sollen nicht nur vom Himmel[1] lernen, sondern auch die alten heiligen Fürsten Yao und Shun[2] lernten vom Himmel. Was lernten Yao und Shun? Als Yao das Erbe an Shun übergab, sprach er: „Das Herz des Dao ist subtil und fein, das weltliche Herz des Menschen ist voller Gefahren. Sei rein und ungeteilt im Geist, und halte beharrlich den Weg der Mitte.“ Er lehrt uns, inmitten dieses feinen Dao-Herzens und des gefährdeten menschlichen Herzens rein und einsgerichtet zu bleiben, um den Weg der Mitte zu gehen.
Seht euch auch König Wen[3] an, der vom Himmel lernte. Er sprach von der „reinen, unaufhörlichen Einheit“. Dieses reine „Eine“ – das kosmische Prinzip –, das reine kosmische Gesetz ohne jegliche Trübung oder Verunreinigung. Reine Einheit bedeutet vollkommene, unaufhörliche Aufrichtigkeit; das ist es, was König Wen vom Himmel lernte.
Und Konfuzius? Er lernte vom Himmel und sagte: „Spricht der Himmel etwa? Und doch folgen die vier Jahreszeiten ihrem Lauf und alle Dinge entstehen.“ So lernte Konfuzius vom Himmel. Buddha Shakyamuni wiederum sagte: „Bezähme so deinen Geist, nimm die Wahrheit in tiefer Zuversicht an und richte dein Handeln danach aus.“ Dies ist das Buddha-Wort vom „So ist es, genau so.“
All dies sind Beispiele dafür, wie die Weisen vom Himmel lernten, um eine tiefe Zuversicht in sich zu wecken und ihr wahres Selbst zu erkennen. Wenn der Erhabene Lehrer uns das Dao (den Weg) überträgt, dann überträgt er uns genau diesen Himmel – deinen Himmel, meinen Himmel, den Himmel der universellen Schöpferkraft, den Himmel der Weisen, unser aller gemeinsamen Himmel.
Legen wir unsere eigenen inneren Schatten, die Dunkelheit, die Gegensätze, den Schmerz und das extreme, wertende Festhalten ab; all dies soll außerhalb unserer Gedanken bleiben. Was wir lernen wollen, ist der Himmel. All das Gerede über Richtig und Falsch, Gut und Schlecht ist nicht das Wichtigste; es ist unrein und flüchtig wie ein Traum, nur ein winziger, vorübergehender Schatten. Warum kannten die Weisen kein wertendes Richtig oder Falsch? Weil sie nur das große Ganze sahen. Dass die Weisen einen so weiten und tiefen Blick hatten, liegt allein daran, dass sie vom Himmel lernten – nur so erlangten sie diese unermessliche Weite und tiefe Fülle.
––Aus dem „Gesammelten Worte des Seniorobermeister Gao“, Seite 191-193
[1] Himmel (Tian): Im traditionellen chinesischen Denken ist der „Himmel“ kein physischer Ort und kein personifizierter Gott, sondern das universelle Naturgesetz, die kosmische Ordnung, die höchste schöpferische Kraft und die Quelle aller Weisheit, die als göttlicher Funke in jedem Menschen wohnt.
[2] Yao und Shun: Zwei legendäre Urkaiser des antiken Chinas (ca. 2300 v. Chr.). Sie gelten im Konfuzianismus als vollkommene Heilige und weise Herrscher, die das Reich nicht durch Gewalt, sondern allein durch ihre vollendete moralische Tugend und Herzensbildung regierten.
[3] König Wen: König Wen von Zhou (ca. 1100 v. Chr.) war ein hochverehrter Staatsgründer, Weiser und Mitgestalter des „Buchs der Wandlungen“ (I Ging). Er gilt in der chinesischen Philosophie als historisches Vorbild für makellose Tugendhaftigkeit, Aufrichtigkeit und unermüdliche Hingabe an das himmlische Prinzip.
不但我們要學天,古聖先王堯、舜亦在學天,堯、舜學什麼?堯傳給舜時說:「道心惟微,人心惟危,惟精惟一,允執厥中。」我想這些大家都會,也都記得,他告訴我們的是「道心惟微,人心惟危」,在惟精惟一的裡面,來行這個中道。再看看文王學天,他說:「純一不已」,純然的「一」,那個「一」—天理,純然的這個天理,沒有別的渣滓摻雜其中,純一就是至誠無息,這是文王所學的天。孔老夫子學天,他說:「天何言哉!四時行焉,百物生焉」,這是孔老夫子學天。釋迦牟尼佛則說:「如是降服其心,信受奉行。」這是釋迦牟尼佛的「如是,如是。」像這些個,都是我們例舉聖人從學天來做「啟信」,自己明白了自己。所以老師傳道就是來傳我們這個天—你的天、我的天、老中的天、聖人的天、共同的這個天。
我們自己的那些陰霾、黑暗、對立、痛苦或是激烈的這些分別執著,都摒除於念頭外;我們要學的是天,那些是非、好壞都不是最重要的,是如夢幻般不真實的,都只是一點點的小陰影,所以聖人為什麼沒有是非,聖人只有一個大體,聖人看得那麼大、那麼遠,就是因為他們學天,才有那麼廣大、那麼博厚。
——《高老前人慈語集錦第一百九十一至一百九十三頁》
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