Anekdote: Der Stein auf dem Weg

Es war einmal ein König, der ebenso vermögend wie von tiefer Neugier erfüllt war. Eines Tages ließ er mitten auf einem viel genutzten Verbindungsweg einen riesigen Felsen platzieren. Er zog sich ein Stück zurück, verbarg sich im Schatten der Bäume und beobachtete aufmerksam, was passieren würde.

Die Ersten, die vorbeikamen, waren einige seiner wohlhabendsten Kaufleute und einflussreichsten Höflinge. Doch anstatt innezuhalten, wichen sie dem Hindernis einfach aus und gingen weiter. Einige von ihnen beklagten sich lautstark über die schlechte Infrastruktur und beschuldigten den König, die Wege zu vernachlässigen. Doch keiner von ihnen dachte auch nur daran, selbst Hand anzulegen.

Schließlich näherte sich ein einfacher Bauer. Seine Arme waren schwer beladen mit frisch geerntetem Gemüse. Als er vor dem gewaltigen Stein stand, ging er nicht einfach weiter. Er legte seine schwere Last an den Wegesrand, trat an den Felsen heran und begann, ihn mit all seiner Kraft zur Seite zu schieben. Es kostete ihn viel Schweiß, Geduld und Anstrengung, doch nach einer Weile gelang es ihm: Der Weg war wieder frei.

Als der Bauer seine Ernte wieder aufnehmen wollte, erblickte er genau dort, wo zuvor der Felsen gelegen hatte, einen Beutel auf der Erde. Er öffnete ihn und fand ihn gefüllt mit blanken Goldmünzen sowie einer persönlichen Nachricht des Königs. Darin schrieb der Herrscher, dass das Gold demjenigen gehöre, der den Stein vom Weg geräumt habe.

Bild von phtorxp auf Pixabay



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